Paul Schwingenschloegl

Trumpet/Flugelhorn
 
 
Foto: Artur Bauerfeind

next live performance with Plejaden Quartet

nächstes Live Konzert mit dem Plejaden Quartet:

11. Januar 2023:

„Plejaden Suite“ feat. Ronnie Rocket, Porgy&Bess/Vienna

 

Paul Schwingenschlögl wurde 1958 in Wien geboren. Ab dem achten Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht, fünf Jahre später brachte ihm sein Vater die ersten Töne auf der Trompete bei. Ausschlaggebend für seine musikalische Entwicklung war ein einjähriger Aufenthalt in den USA 1976-77 als Austauschschüler an der Walt Whitman High School in Bethesda, Maryland. Tägliche Proben mit der High School Big Band, die unter anderem als Vorgruppe für die Buddy Rich Big Band auftrat, und der Besuch vieler Jazz- und Rockkonzerte prägten dieses Jahr.

Zurück in Wien nahm er Privatunterricht beim renommierten Trompeter und Komponisten Franz Koglmann und nahm an Workshops mit Mike Mantler, Bill Dixon, George Russell und Gil Evans teil. Gemeinsam mit Hans Steiner, Walter Malli und Jacques Nobili gründete er das Bläserensemble TRANS, für welches seine ersten Kompositionen am Schnittpunkt von Jazz und europäischer Moderne entstanden.

Ein einschneidendes Ereignis auf dem Weg zum Profimusiker war der Auftritt mit der Gil Evans Band beim Jazzfest Wien 1986 an der Seite von Jazzgrößen wie Lew Soloff, George Adams und John Surman.

Ende 1987 zog er nach West-Berlin. Schnell kam er in der pulsierenden Mauerstadt in Kontakt mit renommierten Musikern aus der DDR – darunter Johannes Bauer, Ernst-Ludwig Petrowsky, Helmut Forsthoff, Joe Sachse, Klaus Koch –, aber auch mit der Westberliner Szene. Im Januar 1990, unmittelbar nach dem Mauerfall, tourte er mit dem Wiener Gitarristen und Komponisten  Alfred Polansky zwei Wochen durch die DDR.

In den 1990er Jahren widmete Schwingenschlögl sich intensiv der Zusammenarbeit mit außereuropäischen Musikern. Mit der ägyptischen Band Salamat konzertierte er beim Pirineos Sur Festival Huesca (Spanien) und beim World Roots Festival in Amsterdam. In seiner eigenen Band African Chase Experience experimentierte er mit einer ungewöhnlichen Besetzung: afrikanische Trommler und Sänger, eine dreiköpfige Trompetensektion und exzellente Blues- und Rockmusiker als Rhythmusgruppe.

Dieses Ensemble trat unter anderem beim Jazzfestival Chemnitz und beim Jazzfestival Leipzig auf. Weitere Auftritte gab es mit dem Manfred Schulze Bläser Quintett (mit Johannes Bauer, Manfred Hering, Heiner Reinhardt und Gert Anklam), unter anderem beim Jazzfest Berlin 1996.

In den Jahren 2000 bis 2010 arbeitete Schwingenschlögl intensiv mit einigen französischen Musikern wie Jean-Jacques Avenel, Jean-Louis Méchali und Malo Vallois zusammen. Er konzertierte mit verschiedenen Ensembles in ganz Europa. Mit seinem 12-köpfigen Orchester Counterblast trat er unter anderem 2002 beim InnTOENE Jazzfestival in Österreich auf, mit der Band Takabanda beim Jazzfestival Estate Romana in Rom. Ein weiterer Schwerpunkt war die Zusammenarbeit mit russischen Musikern wie Evgeny und Vladimir Makarov und mit der russischen Band Bloody Kalinka.

Aus der Begegnung mit der Minimal Music Komponistin Catherine Christer Hennix im Jahr 2011 entstand eine intensive Zusammenarbeit. Mit ihrem Ensemble CC Hennix and the Chora(s)san Time-Court Mirage mit Amir ElSaffar, Hilary Jeffery, Elena Kakaliagou und Robin Hayward konzertierte er beim Spectral Festival for Adventurous Music in Berlin, beim Sonic Arts Festival in Amsterdam, beim Ultima Festival 2014 in New York, bei der MaerzMusik 2017 in Berlin und in der Empty Gallery in Hongkong 2018.

Mit der indischen Bluesband Chronic Blues Circus spielte er 2013 mehrere Konzerte in der südindischen Stadt Bangalore.

Gemeinsam mit Alfred Polansky realisierte Schwingenschlögl 2016 das Malcolm Lowry Projekt , das im September 2017 sein Debut gab.

Ebenfalls 2016 formierte er mit dem Kontrabassisten Udo Betz und dem Gitarristen Jan Weber die Improvisationsband Trialogues.

Im Jahr 2017 trat er beim renommierten Jazzfest Berlin auf mit dem Ensemble Amir ElSaffar + Zinc & Copper und beim Leipziger Jazzfestival LeipJAZZig mit den Gruppen Tetrapack und Manfred Schulze Bläser Quintett auf.

Im Jahr 2018 komponierte er im Auftrag seines Wiener Produzenten Ronnie Rocket die Plejaden*Suite, die am 27. April im Greve Studio Berlin uraufgeführt wurde. Eine weitere Aufführung der Plejaden*Suite fand im Juni bei Jazz am Kaisersteg statt. Ebenfalls im Juni spielte er bei der Jazzwerkstatt Peitz ein Duo mit dem Schlagzeuger John Betsch.

2019 folgten weitere Aufführungen der Plejaden*Suite in Berlin und Schulzendorf/Brandenburg.

Im Jahr 2020 wurden wegen der Corona-Pandemie fast alle Konzerte abgesagt.

2021 erhielt Schwingenschlögl erneut ein Kompositionsstipendium des Senats für Kulturelle Angelegenheiten von Berlin. Er komponierte ein neues Werk mit dem Titel Oumuamua Suite, dessen Uraufführung im November des Jahres im Zigzag Club Berlin stattfand.

In den letzten Jahren wandte er sich außerdem der Rockmusik zu, so als Keyboarder und Trompeter der Band Black Rock und als Trompeter der Industrial Rock Band Winterhart.

Schwingenschlögls Werk und Wirken ist gekennzeichnet durch die bewusste Überschreitung von Genregrenzen. Obwohl Modern und Cool Jazz eine wichtige Rolle in seinem Schaffen einnehmen, sieht er sich nicht als Jazzmusiker. Jazz ist für ihn gleichberechtigt mit Genres wie Soul, Funk, Blues, Psychedelic Rock, Weltmusik, zeitgenössischer Musik und freier Improvisation. Formale Festlegungen sind für ihn nur im konkreten Zusammenhang eines Projekts oder Ensembles sinnvoll. Diese Haltung spiegelt sich in der Vielfalt seiner Alben, die musikalisch einen weiten Bogen spannen – von festgelegten Kompositionen für seine größeren Ensembles Counterblast und African Chase Experience bis zu völlig freier Improvisation und Klangexperimenten mit seiner Band Trialogues.

Paul Schwingenschlögl lebt in Berlin.

Auszeichnungen

Kompositionspreis des Landes Niederösterreich 1985

Studiopreis des Senats für kulturelle Angelegenheiten von Berlin 1989

Kompositionsstipendium des Senats für kulturelle Angelegenheiten von Berlin 1996

Studiopreis des Senats für kulturelle Angelegenheiten von Berlin 1999

Kompositionsstipendium des Senats für kulturelle Angelegenheiten von Berlin 2021

Paul Schwingenschlögl was born in Vienna in 1958. At the age of eight he received piano lessons, five years later his father taught him first notes on the trumpet. A one-year stay in the USA 197677 as an exchange student at Walt Whitman High School in Bethesda, Maryland proved decisive for his development as a musician. Daily rehearsals with the high school big band, which among other things performed as an opening act for the Buddy Rich Big Band, and visits to many jazz and rock concerts marked this year.

Back in Vienna, he took private lessons with the renowned trumpeter and composer Franz Koglmann and participated in workshops with Mike Mantler, Bill Dixon, George Russell and Gil Evans. Together with Hans Steiner, Walter Malli and Jacques Nobili he founded the wood and brass wind ensemble TRANS, for which he wrote his first compositions mixing jazz and European modernism.

A key event on his way to a professional musician was his performance with the Gil Evans Band at the 1986 Vienna Jazz Festival together with jazz greats such as Lew Soloff, George Adams and John Surman.

At the end of 1987 he moved to West Berlin. In the pulsating Wall city, he quickly came into contact with renowned musicians from the GDR including Johannes Bauer, Ernst-Ludwig Petrowsky, Helmut Forsthoff, Joe Sachse, Klaus Koch but also with the West Berlin scene. In January 1990, immediately after the fall of the Wall, he toured the GDR for two weeks with Viennese guitarist and composer Alfred Polansky.

In the 1990s, Schwingenschlögl devoted himself intensively to collaborations with non-European musicians. With the Egyptian band Salamat he performed at the Pirineos Sur Festival Huesca (Spain) and at the World Roots Festival in Amsterdam. In his own band African Chase Experience he experimented with an unusual line-up: African drummers and singers, a three-piece trumpet section and excellent blues and rock musicians in the rhythm section. This ensemble performed at the Chemnitz Jazz Festival and the Leipzig Jazz Festival. He also played with the Manfred Schulze Bläser Quintett (together with Johannes Bauer, Manfred Hering, Heiner Reinhardt and Gert Anklam), among others at the Jazzfest Berlin in 1996.

From 2000 to 2010 Schwingenschlögl worked intensively with French musicians such as Jean-Jacques Avenel, Jean-Louis Méchali and Malo Vallois. He performed with various ensembles throughout Europe. With his 12-piece orchestra Counterblast he took part at the InnTOENE Jazzfestival in Austria in 2002, and with the band Takabanda at the Estate Romana jazz festival in Rome. He also played with Russian musicians such as Evgeny and Vladimir Makarov and with the Russian band Bloody Kalinka.

From the encounter with the minimal music composer Catherine Christer Hennix in 2011, an intensive collaboration was born. With her ensemble CC Hennix and the Chora(s)san Time-Court Mirage with Amir ElSaffar, Hilary Jeffery, Elena Kakaliagou and Robin Hayward, he performed at the Spectral Festival for Adventurous Music in Berlin, the Sonic Arts Festival in Amsterdam, at the Ultima Festival 2014 in New York, at MaerzMusik 2017 in Berlin, and at the Empty Gallery 2018 in Hong Kong.

With the Indian blues band Chronic Blues Circus he played several concerts in the South Indian city of Bangalore in 2013.

Together with Alfred Polansky, Schwingenschlögl realized the Malcolm Lowry Project in 2016, which made its debut in September 2017.

Also in 2016, he formed the improvisation band Trialogues with double bassist Udo Betz and guitarist Jan Weber.

In 2017, he performed at the prestigious Jazzfest Berlin with the ensemble Amir ElSaffar + Zinc & Copper and at the Leipzig Jazz Festival LeipJAZZig with the groups Tetrapack and Manfred Schulze Bläser Quintet.

In 2018, he composed Plejaden*Suite, commissioned by his Viennese producer Ronnie Rocket, which premiered at Greve Studio Berlin on April 27. Another performance of Plejaden*Suite took place in June at Jazz am Kaisersteg, Berlin. Also in June, he played a duo with drummer John Betsch at Jazzwerkstatt Peitz.

In 2019, further performances of his work Plejaden*Suite took place in Berlin and in the State of Brandenburg.

In the year 2020, due to the Corona pandemic, almost all planned concerts were cancelled.

In 2021, he won another composition award of the Senate of Berlin. As a result, he composed a new work entitled Oumuamua Suite. The premiere of this work took place at Berlin’s Zigzag Club in November.

He has also turned to rock music in recent years, as keyboard and trumpet player for the band Black Rock and as trumpeter for the industrial rock band Winterhart.

Schwingenschlögl’s work and activity is characterized by the intentional crossing of genre boundaries. Although modern and cool jazz play an important role in his work, he does not see himself as a jazz musician. For him, jazz is on an equal footing with genres such as soul, funk, blues, psychedelic rock, world music, contemporary music and free improvisation. For him, formal definitions only make sense in the concrete context of a project or ensemble. This attitude is reflected in the diversity of his albums, which musically span a wide range – from fixed compositions for his larger ensembles Counterblast and African Chase Experience to completely free improvisation and sound experiments with the band Trialogues.

Paul Schwingenschlögl lives in Berlin.

Awards

Composition Prize of the State of Lower Austria 1985

Studio Award of the Senate for Cultural Affairs of Berlin 1989

Composition Award of the Senate for Cultural Affairs of Berlin 1996

Studio Prize of the Senate for Cultural Affairs of Berlin 1999

Composition Award of the Senate for Cultural Affairs of Berlin 2021

new CD out!

Diskografie (Auswahl)

  • Kontrom: Grenzenlos (Extraplatte, 1989)

  • Koch.Drees.Hübner.Schwingenschlögl: Ostkreuz (Blue Song, 1991)

  • Manfred Schulze Bläser Quintett: Konzertino (FMP, 1995)

  • Takabanda: Ora Imprecisa (yvp, 1996)

  • Takabanda: La leggenda del pescatore (JazzForever, 2001)

  • African Chase Experience: Adouna (Bolibana, 2004)

  • Takabanda X: Fructus Spiritus (Konnex, 2007)

  • Abrasaz: Biraminket (jazzwerkstatt 045, 2008)

  • Manfred Schulze Bläser Quintett: Choralkonzert (FMP, 2010)

  • Schwingenschlögl. Gallina. Nemesi: Hang Caravan (morgenland, 2012)

  • Chora(s)san Time-Court Mirage: Live at Issue Project Room (Imprec, 2014)

  • The Malcolm Lowry Project: Songs Between Heaven and Hell (2017)

  • Paul Schwingen: Plejaden Suite (unit, 2019)

Als Sideman:

  • Salamat: Nubiana (piranha, 1996)

  • Dr Bajan: Fantasmagoria (Sovietabilly Records, 2006)

  • Mitch Ryder: The Acquitted Idiot (Buschfunk, 2006)

  • Kalkowski: liebesgrüße aus neukölln (RRM, 2012)

  • Mirko Schurig: Clear Ways (Raumer Records, 2012)

  • Winterhart: European Masterplan (Danse Macabre, 2017)

 

On Tour

2023

  • 11. Januar, Plejaden Suite feat. Ronnie Rocket, Porgy&Bess, Riemergasse11, A-1010 Wien

2022

  • 01.Dezember Dernier Metro, Chansonabend mit der Sängerin Petra Zeigler, IBZ Berlin, Wiesbadener Str.18, 14197 Berlin, 19.30 Uhr
  • 25.Oktober Trialogues, Kühlspot Social Club, Lehderstr.74, 13086  Berlin
  • 22.Oktober Trialogues, Galerie Fantom Berlin
  • 19.September, 20 Uhr Schwingenschlögl-Komitow-Iraschek Opener Monday Improvisers Session, Celeste, 1020 Wien, Hamburger Str.18
  • 14.September, 20 Uhr Schwingenschlögl-Komitow-Iraschek und Guests Celeste, 1020 Wien, Hamburger Str.18
  •  02.September, 19 Uhr, Moving Poets Novilla, Gerd Adloff liest aus seinem Gedichtband „Ist die Musik zu laut?“ begleitet von Paul Schwingenschloegl, Berlin-Schöneweide, Hasselwerder Str.22
  • 31.August, 21 Uhr, Plejaden Quartett, Jazzlights No.7, Zur Glühlampe, 12045 Berlin, Lehmbruckstr.1
  •  03.Juli, 18 Uhr, Oumuamua Suite, Sommer im Park, Körner Park Berlin Neukölln, SchierkerStr.8
  •  16.Juni, 20 Uhr, Plejaden Quartett, Kühlspot Social Club, Lehderstr.74-79 (Hinterhof Links), 13086 Berlin
  • 14.Juni, 21 Uhr, Plejaden Quartett, b-flat, Dircksenstr.40, 10178 Berlin
  •  24. Februar, 19.30, Manfred Schulze Bläser Quintett, Jazz im MIM, Musikinstrumentemuseum Berlin

2021

2020

 

2019

2018